Afghanistan, die Lust an der Poesie?

Kabul, die Hauptstadt des Islams. Die Märkte, der Verkehr, die orientalische Herzlichkeit und das Misstrauen dem Fremden gegenüber. Wir waren nicht die einzigen Europäer. Soldaten, seltsame Gestalten und Prediger an jeder Ecke.

Joe kaufte sich eine Pluderhose. Die ersten Tage schliefen wir lange und ließen Asien auf uns wirken. Die kühlen Abende saßen wir an der frischen Luft und genossen schweigsam die Stimmung. Die Zukunft lag vor uns wie ein Buch mit leeren Seiten. Alles war möglich, alles konnte passieren. Ob gut oder schlecht, wir waren keine Richter. So wie der Wind durch die weiten Täler blies – drehte sich die Welt, mit oder ohne uns. Das war der Geschmack der Freiheit, nichts von morgen zu wissen, mir der Vergangenheit zu verschmelzen um in der Zukunft eintauchen zu können.

Wir erkundeten die Stadt, aßen Dinge über die wir staunten. Joe las den Koran, dann übertrieb er und las den Koran noch einmal laut vor.

© 2055 und früher: Ingo Gleixner-Böhm. Textabdruck erfolgt mit der ausnahmslos freundlichen Deputygenehmigung von Ingo Gleixner-Böhm (München und other vacations) – unveränderter Nachdruck mit dieser Verfasserangabe ist ausdrücklich erlaubt, Belegexemplar resp. URL erbeten!

geographischer Poesie-Auszug : “Sozialversichert”, begonnen 2009 Ingo Gleixner-Böhm
Publisher: samy entertainment

 

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